Der Countdown läuft.

12.12.2014 So, die letzte Woche steht bevor. Uni ist schon vorbei, es stehen nur die Prüfungen noch an. Also muss ich das Wochenende mit auswendig lernen verbringen. Vokabeln, die Texte für klassisches Tibetisch und haufenweise Paradigms für Sanskrit. Aber gerade ist meine Motivation nicht groß. In der Sonne war es heute zwar schön warm, aber heute Nacht habe ich auch mit diversen Schichten und nem Fliespullover noch gefroren. Mein Zimmer hat gefühlt Minusgrade und es ist total dunkel hier drin und Strom ist gerade mal wieder nicht da. Das ist jetzt immer häufiger der Fall. Unpraktischerweise haben wir immer dann Strom, wenn ich nicht zuhause bin. Da will man sich doch eindeutig lieber unter der Decke verkriechen und schlafen und Hörbücher hören und lesen. Ich habe hier einfach nicht die Klamotten für das Wetter. Auch wenn ich alles übereinander ziehe friere ich noch. Aber es geht allen gerade so, dass sie vor lauter frieren nicht gut lernen können. Abgesehen von der Kälte ist auch die Oma wieder zurück, weiß der Himmel warum, was bedeutet, dass ich nicht mehr in der Küche lernen kann. Die unterhält sich dann immer äußerst gerne und redet eben immer mit sich selbst. Auch das Baby motiviert mich nicht gerade, das will immer mit mir spielen und ich will auch so viel lieber spielen als zu lernen, also lenkt der mich extrem ab und ich kann nicht draußen lernen. Aber ich kann mich nicht beschweren. Ich fühle mich recht gut vorbereitet, außer für Sanskrit, aber das kommt noch. Das Wochenende werde ich auf jeden Fall noch ganz viel lernen und Mittwoch um 10h ist alles vorbei. Gestern war mal wieder Puja, deswegen gab es mittags keinen Reis, sondern etwas, das wie Wirsingsuppe geschmeckt hat. Diesmal wurde der höchste Gott geehrt. Ujjwal hat das so erklärt: Verschiedene Gruppen haben einen höchsten Gott, zu ihrer Gruppe gehören etwa 200 Familien. Einen Namen hat der Gott aber nicht, es handelt sich eher um ein Konzept. Alles etwas sonderbar, wie alle Erklärungen, die die mir geben. Heute gab es dafür ein sehr interessantes Mittagessen: Dill als Gemüse. Naja, zumindest schmeckt der Reis dann nach was, aber leider schmeckt das so stark, dass man mein liebes Sesampickle nicht mehr geschmeckt hat. Die ganze Woche schon versuchen wir einen Filmabend auf die Beine zu stellen, aber jedes Mal ist Ramsterdam, die Bar, wo wir immer Filmchen gucken, schon belegt und es klappt nicht. Dafür gehen wir dann nachher ein Bierchen trinken und vielleicht läuft ja ein guter Film heute, dann können wir mitgucken. Ich hätte ja eigentlich lieber einen Glühwein…Mal schauen, ob wir den Filmabend noch irgendwann schaffen. Nächste Woche hat da keiner den Nerv für, wegen der Prüfungen und Freitagabend, wenn es für alle vorbei ist, gehen wir natürlich alle zusammen feiern. Oh, ich habe noch gar nicht von meinem wunderbaren Frühstück erzählt. Karolina, eine Freundin, hat mich zu sich zum Frühstück eingeladen und es gab getoastetes Toast mit Streichkäse, Müsli mit Obst und richtigen, mit der Hand aufgegossenen Kaffee. Das war mal ein wunderbarer Tagesbeginn, ein guter Vorgeschmack auf zuhause. Wie ihr merkt, ist gerade wieder alles ungeheuer spannend. Doch, ich habe heute sehr hilfreiche Sachen in Sanskrit gelernt, das erste Mal. Das kölsche Grundgesetz auf Sanskrit: yatha asti – et es wie et es! Und Kamasutra heißt „stanzas of desire“. Außerdem hat mir meine Languagepartnerin, eine die ich sehr gerne mag, heute von einem Vorfall in einer indischen Schule erzählt, bei dem ein Kind als Strafe geschlagen wurde und zwar so übertrieben, dass es am Ende gestorben ist. Juhu, für eine schlechte Note zu Tode geprügelt. Also nicht die Eltern haben das Kind erschlagen, sondern der Lehrer und die Schule soll auch noch eigentlich einen guten Ruf haben. Völlig jeck! Zugegeben, da haben wir einfach gequatscht statt Tibetisch zu reden. Im Prinzip haben wir gestern schon alles durchgesprochen, was bei der Prüfung drankommen könnte. Seit heute bin ich aber wieder ein wenig beruhigt, denn ich habe endlich rausgefunden, welcher Languagepartner uns zusammen mit Choegyal, unserem tibetischen Lehrer, prüfen wird. Es ist eine süße, kleine, tibetische Nonne, die glaube ich ganz verständlich spricht, auf jeden Fall sehr nett ist und eher beruhigend wirkt. Mit der kann ich leben. So, bis bald! Nachtrag: Meine Gastmami war heute wieder unglaublich süß. Ich habe ihr erzählt, dass ich zuhause Nepali kochen will, aber ein paar Gewürze hier kaufen muss, weil es die zuhause nicht, oder nur teuer gibt. Daraufhin hat sie mir etwas von dem einen Gewürz eingepackt, damit ich kochen kann. Voll putzig. Ich werde zwar trotzdem noch was kaufen, weil das nur für einmal kochen reicht, aber das ist doch schon sehr lieb. Ich glaube die freut sich auch immer, wenn ich auf sie warte, wenn sie noch isst. Sonst muss die nämlich alleine essen und putzen und meistens leiste ich ihr dann Gesellschaft, damit sie da nicht so alleine ist, mag ich ja auch nicht.

13.12.14 07:39

Letzte Einträge: Nur noch 6 Wochen...nicht mal ganz!, Lebenszeichen, Das Ende naht!, Schöne Weihnachtszeit!

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