Nur noch 6 Wochen...nicht mal ganz!

Ok, das ist fürchte ich alles etwas veraltet, das habe ich letzten Montag geschrieben, aber weil ich zuhause kein Internet mehr habe, ist es eben auch umständlicher das hochzuladen. Naja, damit müsst ihr jetzt eben Vorlieb nehmen. Die Festlichkeiten nehmen kein Ende. Samstag am frühen Abend bin ich zurückgekommen, Sonntag war die Puja für die Verstorbenen und wir haben bei dem nächsten Onkel gegessen, bei dem John wohnt, heute wird Vishnu geehrt, weshalb genau weiß ich nicht, aber es darf kein Reis gegessen und kein Salz benutzt werden. Manche essen überhaupt keine Hülsenfrüchte, also auch nichts mit Mais. Heute Mittag gab es also Polenta, bzw. etwas Ähnliches und heute Abend Roti, Topinambur (??) und natürlich Curry. Voll verrückt. Natürlich bin ich auch wieder betikkat worden. Morgen geht der Spaß weiter, da kommen dann wieder alle zu uns zum Essen. Die sind in der Küche seit 2 Stunden dabei dasselbe Gemüse zu halbieren und auszuhüllen. Irgendwas, das ich zwar hier schon gegessen habe, aber nicht kenne. Nächste Woche Donnerstag habe ich frei, da ist wieder ein Feiertag, diesmal sogar einer, der mir einen freien Tag beschert, also ist er vermutlich buddhistisch oder staatlich. Wer weiß, es kann mir keiner was Genaues sagen. Gut war Ujjwals Kommentar zu den vielen Feiertagen: „Because Nepal is rich in culture.“ Ja, nur dass der halt nur Hinduismus meint und alle anderen Bräuche vollkommen ignoriert. Es ist ganz lustig, wie er einfach unter Nepal nur seine eigene kleine Welt versteht und alles, was da nicht reingehört, ausklammert. Die interessieren sich auch so überhaupt nicht, wie es in anderen Ländern ist. Sobald ich einen Satz mit „In Deutschland ist das so und so“ anfange ist das gesamte Interesse mit einem Schlag weg. Wenn man aber nach ihrer Kultur fragt, erzählen sie immer ganz begeistert davon wie toll alles ist. Kaum zurück wurde mir wieder einmal der wirkliche Lebensinhalt der Nepalis vorgeführt: Geld! Der Onkel, dessen Internet ich hier die ganze Zeit zuhause benutzt habe, weil Ujjwal mir gesagt hat ich kann das machen, hat in der Zeit, in der ich nicht da war den Namen und das Passwort geändert. John hat rausgefunden, dass wir jetzt dafür bezahlen sollen, dass wir eine äußerst unzuverlässige und nicht einmal in mein Zimmer reichende Verbindung benutzten dürfen. Ja sicher nicht. Das nervt zwar, weil ich jetzt nicht mehr zuhause übersetzten kann und auch nicht mehr morgens als erstes meine Nachrichten abrufen kann, aber es ist ja nicht so, dass ich nicht an genügend Orten umsonst WIFI hätte. Dann muss ich eben mehr außerhalb machen, aber ich werde sicher nicht dafür bezahlen. Wie unnötig. Besonders viel bin ich ja eh nicht zuhause. Heute habe ich das erste Mal meinen Sanskritlehrer nach seinem Anfall gesehen. Der hat gewaltig abgenommen und einiges an Energie verloren. Er wirkte auch noch etwas durch den Wind, hat die Hälfte vergessen. Aber offenbar geht es ihm wieder einigermaßen. Ich habe trotzdem eine Sanskritkrise und habe schon mit dem Gedanken gespielt das zu lassen. Das ist nur auswendig lernen. Paradigms und Sandhiregeln und tausende andere in dem Buch total kacke erklärte Regeln, Vokabeln habe ich noch gar keine gelernt und der Unterricht ist auch nicht gerade berauschend. Außerdem habe ich so ein gewaltiges Stück Arbeit vor mir, wenn ich das nächstes Semester in Wien fortsetzten will, ich bin definitiv nicht auf dem Stand, den ich haben sollte. Ich habe daher überlegt, dass es ja ganz klug wäre einfach Colloquial Tibetan als Zweitsprache zu nehmen. Das macht mir im Gegensatz zu Sanskrit ziemlich Spaß und ich hänge vermutlich auch nicht so weit zurück. Außerdem sind meine 100% im Mid-term nicht gerade demotivierend. Zugegebenermaßen war das auch ziemlich einfach. Ich würde das ungern nicht weiter machen und werde vermutlich auf diese zum Glück bestehende Alternative zurückgreifen, mache dieses Semester Sanskrit fertig und dann bin ich damit auch fertig. Ich hätte mal lieber Nepali stattdessen belegen sollen. Aber jetzt sind es ja wirklich nur noch ein paar Wochen und wir haben offenbar die meiste Zeit Kashinath, was einfach chillen und mit dem Handy spielen heißt, weil der Unterricht so gar nichts bringt. Immerhin ist das entspannt. Heute habe ich mich mal wieder mit Nymalah getroffen und wir haben verabredet, dass sie mir am Wochenende noch ein paar Currys beibringt (mit Paneer!), mit denen ich euch dann bekochen kann. Außerdem haben wir festgestellt, dass wir beide zum Manakamana-Tempel wollen und sie will das jetzt mal abchecken, wie man am besten hinkommt und was das kostet und dann wollen wir vielleicht am Feiertag nächste Woche mal dahin. Ich hoffe das klappt alles. Sie war zumindest heute äußerst motiviert und bis zum Wochenende ist es ja nicht so weit. Da kann ich ja auch problemlos nochmal drauf hinweisen. Zudem habe ich da jetzt auch eine dauerhafte Übernachtungsmöglichkeit, wenn es spät wird. Sie hat wohl hier in der Ecke noch ein Zimmer, wo sie nur gelegentlich übernachtet, ich habe das nicht so ganz verstanden, aber sie meinte, wenn ich später nochmal nach Boudha kommen, könne ich da umsonst ne ganze Weile übernachten. Mir solls recht sein. Was gibt es Neues? Die erste Uniwoche seit dem Urlaub ist vorbei und ich habe nicht das Gefühl es sei nur eine Woche seitdem gewesen. Ich bin auf jeden Fall ziemlich geschafft und vorübergehend in Streik getreten. Ich habe die Schnauze voll vom dauerhaften auswendig lernen. Für heute sollten wir für Sanskrit 5 Paradigms auswendig lernen und dazu kamen die Vokabeln von Colloquial, da war auch heute der Test. Ich habe auf jeden Fall die letzten 2 Tage nur das Minimum gemacht und meine Motivation für Sanskrit ist vollkommen am Ende, seit ich beschlossen habe das nicht weiter zu belegen. Wir haben auch einfach die gesamte Woche nichts gelernt. 3 von 4 Mal ist Dan 20 Minuten zu spät gekommen, Donnerstag gar nicht, er hat verschlafen. Der ist halt seit seinem Zusammenbruch voll am Ende und nimmt sich nicht die Zeit sich voll zu erholen. Stattdessen arbeitet der voll weiter, bekommt aber Valium, damit der einen Gang runterschaltet, um auszuschließen, dass das nochmal passiert. Jetzt heult der immer rum, dass er halt noch auf Jobsuche für nach dem Semester ist. Ich schließe mal daraus, dass er dann nicht wiederkommen darf. Heute habe ich erfahren, dass das sein erster Lehrjob ist und ich wäre gerne nachsichtig, vor allem, weil man ihm wirklich anmerkt, wie viel Mühe er sich jetzt noch gibt. Aber der hat halt auch das Problem, dass 3 Lehrer in dem Kurs saßen, die sicher nicht so diskret sind wie wir Studenten. Auf jeden Fall hat er die Grammatik jetzt weitgehend aufgegeben und will jetzt auch mehr Texte mit uns besprechen, was ziemlich wenig bringt, wenn wir die Grammatik nicht kennen. Das ist alles ein großer Blödsinn, aber dem ist ganz klar gerade alles zu viel. Bald ist das große Herbstseminar mit Rinpoche und wir können umsonst daran teilnehmen. Das gute ist, dass das den größten Teil des Tages geht und da die uns ermöglichen wollen daran teilzunehmen ohne zu schwänzen wird alles ein bisschen verschoben, bzw. gestrichen. Ich habe also nur noch 3x in der Woche Colloquial und das war es auch schon. Ich würde zwar schon gerne zum Seminar, aber ich muss meine bescheuerte Seminararbeit endlich schreiben und habe durchaus Lust noch ein wenig mehr vom Land zu sehen. Also werde ich eher nur an den Tagen hingehen, wenn ich ohnehin an der Uni sein muss und den Rest der Zeit schauen, dass ich nochmal reise und die Arbeit schreibe. Vielleicht kann ich dann ja noch etwas Spannenderes erzählen, als immer nur lernen…

11.11.14 07:27

Letzte Einträge: Lebenszeichen, Das Ende naht!, Schöne Weihnachtszeit!, Der Countdown läuft.

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