Reisefieber!

Ja, es hat sich ein bisschen was angesammelt übe die letzte Woche. Viel Spaß beim Lesen! 28.10.2014 Also, ihr meine Herzallerliebsten, die große Reise (diesmal statt eines Monats eine ganze Woche lang) hat begonnen. Ich werde diese Woche nicht viel ins Internet kommen, aber wenn ich Ende der Woche schreibe, habe ich schon alles vergessen, daher schreibe ich jetzt einfach immer mal wieder in dieses Worddokument und ihr kriegt am Ende, oder wann immer ich Internet habe die Häppchen. Tag 1 also. Naja, genau genommen schon Tag zwei, denn gefahren bin ich ja schon gestern. Morgens früh mit dem Bus nach Pokhara. Das war schon ein Spaß für sich. Also die Fahrt soll normalerweise 6-7 Stunden dauern, bei mir waren es etwa 8! Der erste große Spaß war, dass ich beim ersten Halt um Sex angebettelt wurde. „Sister, please, no wife…“ Erst dachte ich der will nur wie immer um Geld betteln, dann viel mir auf, dass es um was anderes geht und am Ende viel wirklich explizit das Wort Sex. Ja, der war auch, wie zu erwarten, äußerst attraktiv und ich habe natürlich sofort zugestimmt. NEIN! Der war ekelig und hässlich und selbst wenn wir die letzten lebenden Lebewesen wären könnte ich so verzweifelt nicht werden. Ungeheuerlich! Was lernen die hier endlich, dass weiß nicht gleich prostituiert heißt?! Er war dann aber zum Glück nicht weiter aufdringlich und hat mich in Ruhe gelassen, als er gemerkt hat, dass ich nicht so begeistert von der Idee bin. Nächste Aufregung war dann, dass ein Reifen platt war oder was auch immer. Ich saß drüber und habe keinen Unterschied gemerkt…Auf jeden Fall mussten wir dann erstmal für nen Reifenwechsel halten. Das muss hier wohl recht häufig vorkommen, dass irgendwo eine Panne ist und ich bin mit dem Reifenwechsel noch ganz gut davongekommen. Die nächste reguläre Pause hat auch nochmal länger gedauert, weil ein neuer Ersatzrreifen angeschafft werden musste. Als wir dann praktisch schon da waren und die Stadtgrenze offiziell schon überfahren hatten, kam dann noch der Verkehr dazu. Nicht davon zu sprechen, dass der Bus recht langsam gefahren ist, was mir aber deutlich lieber ist als den Abgrund runterzufallen. Es ist wirklich nicht ganz ungefährlich. Man kann auch einen Microbus nehmen, also keinere Busse, die dann in 4 Stunden da sein können, allerdings nur auf Kosten zahlreicher tödlicher Unfälle. Die sind sogar auch günstiger, aber das war mir das Risiko nicht wert. Die fahren wohl wie sau und haben daher regelmäßig tödlich endende Unfälle. Da bin ich lieber mit dem Bus gefahren und habe die doppelte Zeit gebraucht. Aber 800Rp, wie Gilad mir prophezeit hat, habe ich nicht bezahlt, und auch nicht die 600Rp von Nymala. Sondern ganze 500Rp für einen normalen Nepalitouribus. Andere gibt es offenbar wirklich nicht. Aber ich find mich gut dafür, dass ich so viel weniger bezahlt habe, als mir alle, die sich auskennen erzählt haben. Nur Ujjwal, an dem ich am meisten gezweifelt habe, hat richtig gelegen. Ich bin auf jeden Fall sicher in Pokhara angekommen, musste dann aber noch wieder herauskommen. Ich wollte eigentlich laufen. Der Weg bis zum Tibetan Refuge Camp ist etwa 5km lang, vielleicht etwas mehr. Ich habe also schnell etwas gegessen und bin losgelaufen. Dummerweise wurde es aber dann auch sehr schnell dunkel und der Regen in der regenreisten Stadt Nepals hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Also habe ich die letzten 3km doch mit dem Bus zurückgelegt. Als ich um halb sieben endlich ankam, war es stockdunkel. Ich habe an der Straße in einem Restaurant gefragt, wo das Camp ist und wir wurde gleich erzählt, dass ich schon da bin. Allerdings hat man mir auch gesagt, dass das Hostel, in das ich wollte, nur noch ein Restaurant ist, und bei meinem heutigen Rundgang habe ich auch wirklich kein Hostel gefunden. Netterweise hat mich einer von den Jungs, die da saßen, gleich ins Kloster geführt, nach einem Zimmer gefragt und alles. Danach hat er mich noch mit zum Essen in dem Restaurant genommen und wir haben uns noch nett mit einem Freund von ihm unterhalten. Bezahlt habe ich nicht! Große Überraschung, der junge Mann heißt Tashi. Er hat mir auf jeden Fall angeboten mich heute herumzuführen, war dann aber beschäftigt. Was nicht heißt, dass ich nichts gesehen habe. Ich bin heute Morgen erst einmal spazieren gegangen und habe einen wunderschönen Ort unten am Fluss entdeckt. Ich habe noch keinen einzigen Moment in Nepal so genossen, wie die Stunde, die ich am Fluss verbracht habe. Absolut kein Motorengeräusch, keine Menschen, bis auf ein paar wenige, die auf der anderen Seite still langgelaufen sind, nur das Rauschen vom Fluss. Das war wirklich traumhaft schön. Ich muss euch davon mal ein paar Fotos hochladen. Nach dem ganzen Unsinn in Kathmandu ist das einfach ein wahrgewordener Traum. Ich bin erstmal eine Weile am Fluss entlanggegangen, bis er dann doch wieder zur Straße geführt hat. Dann musste ich mich wohl doch einmal vom Fluss verabschieden. Beim Weg durch das Camp habe ich eine Straße fotografiert, auf der eine Frau gegangen ist. Als sie näher kam wollte sie dann Geld dafür haben, dass sie auf dem Foto ist – die war natürlich Nepali. Das Camp geht direkt in ein Nepalidorf über. Es ist wirklich ungeheuerlich, wie Nepalis wirklich immer nur an Geld denken und auch sehr gerne davon reden. Das ist wirklich deren Lebensinhalt. Selbst bei meiner Familie merkt man das immer wieder, obwohl die wirklich noch maßvoll sind. Beim John muss es wohl deutlich mehr sein, aber da sind ja auch alle arbeitslos…Naja, sie hat natürlich nichts von mir bekommen. Insgesamt habe ich mich im Dorf aber doch nicht so unglaublich wohlgefühlt. Die Leute an den Ständen schreien einen natürlich alle an und jede einzelne Person im Camp muss einen ansprechen – „Namaste!“. Tibetisch ist auch nicht hilfreich, die weigern sich einfach mit mir Tibetisch zu reden. Ich rede Tibetisch und die antworten in Englisch. Aaaaahhhh! Aber ich wollte ohnehin noch ein bisschen was Organisatorisches erledigen und bin nach Pokhara rein gefahren. Da habe ich erstmal zu vernünftigem Preis trotz Touristelle (lag etwas abseits) lecker Indisch gegessen und habe dann doch zugesehen, dass ich von der bescheuerten Lakeside wegkommen, obwohl ich beim Hauptteil noch garnicht angekommen war. Das hatte wirklich nicht mehr das Geringste mit Nepal zu tun, die ganzen schicken Restaurants und unendlich vielen Taxis, die einen anbrüllen und Fahrradverleiher und Scooterverleiher. Das ging mir so auf den Sack, dass ich gleich wieder umgedreht habe. Allerdings habe ich noch einen Stopp in einem Cafe eingelegt, das Wifi hatte. Beim Restaurant stand es dran, aber es gab dann doch keines und ich brauchte nun einmal Internet. Der Tee hat dann aber auch ganz gut getan. Als nächstes kam der Devi’s Fall dran, der tatsächlich ganz cool aussieht. Weniger wegen der Höhe, sondern wegen der Tatsache, dass er in einer Höhle landet. Die Höhle kann man dann auch noch angucken, auch das wurde abgehakt. Es handelt sich um eine Höhle, in der ein Tempel ist. Ein Shivatempel um genau zu sein. Und zwar deswegen, weil sich da durch das Wasser ein Lingam gebildet hat, der natürlich gleich mit Shiva identifiziert wurde. Das ging aber alles ziemlich schnell und ich bin nach ein paar Organisationssachen (nächsten Bus abchecken, Hotel für die nächste Nacht finden,…) wieder zurück ins Camp gefahren, weil ich diese Nacht noch einmal im Kloster bleibe. Ich hatte nicht so viel Lust wieder im Dunkeln und im Regen meinen Weg finden zu müssen. Stattdessen war ich brav, habe mein Buch, das ich für die Seminararbeit brauche aus dem Kloster geholt und bin noch einmal spazieren gegangen. An zwei schönen Stellen habe ich mich dann hingesetzt und gelesen – einmal mit Blick über das Dorf und die Umgebung, einmal gleich über meinem lieben Fluss. Aber es wird ja so früh dunkel und dann ist einfach nichts mehr los. Also bin ich dann essen gegangen und da kam Tashi vorbei, der meinte, er habe gedacht, dass ich da sein könnte, daher sei er dahin gekommen. Joah, hat ja geklappt. Nachdem er das zweite Mal mein Abendessen bezahlt hat, hat er mich ganze 5m auf seinem Roller nachhause gefahren und hoch und heilig versprochen mich morgen rumzufahren und mir Sachen zu zeigen. Allerdings war im 7h komischerweise zu früh, also gehe ich wieder erst spazieren und wenn der dann um 9h auch mal aufsteht ruft er an. Ja, wir werden ja sehen…Ist auf jeden Fall ein süßer, kleiner Tibeter, wie man sich ihn vorstellt. Arbeitet als Lehrer in Mustang und hat gerade nur einen Monat Ferien. Aber keine Sorge, der Johan ist viel toller! Den Höhepunkt des Tages habe ich ganz vergessen zu erwähnen – ich habe heute Morgen eine richtige heiße Dusche gehabt, also mit Wasser aus einer Brause und nicht aus einem Eimer. Das war auch schon so ein wahrgewordener Traum. In der Familie frage ich ja auch nur alle paar Tage nach heißem Wasser zum Duschen, weil man ja schon merkt, dass die das nicht so toll finden und ich frage lieber nur die Mami, die Oma mag das garnicht. Auch wenn ich ja keine Pläne mache, habe ich den Plan morgen noch in Pokhara, aber nicht im Camp zu bleiben. Übermorgen geht es dann mit dem ersten Bus nach Tansen, das soll laut Planet sehr schön, aber von Touristen ziemlich übergangen sein, weil es zwischen Pokhara und Lumbini liegt, was natürlich die größten städtischen Ziele außer Kathmandu sind. Klingt für mich daher äußerst anziehend und ich kann danach noch immer weiter nach Lumbini. Chitwang wird wohl eher knapp, aber das kann ich auch mal ein absichtlich verlängertes Wochenende machen. To be continued… 29.10.2014 Der beste Satz, den ich je in einem Restaurant gehört habe. Ich bin in einem Hotel und gehe zum Essen in das Restaurant runter, bestelle mein Essen, die erste versteht nichts, tut aber so, als wäre alles klar. Also kommt die Chefin nochmal angerannt, klärt was ich bestellen will und fragt: „You want it now? Now?“ Nene, ich wollte nur zum Spaß schon bestellen, aber ich will das erst in einer Stunde. Etwa eine Stunde später habe ich den Spaß dann auch bekommen. Ne, so spät war es auch nicht, aber die Frage war schon leicht unnötig. Auf jeden Fall bin ich heute in ein Hotel gleich an der Bushaltestelle gezogen, damit ich morgen nicht noch groß reisen muss, um zum Bus zu kommen. Der fährt nämlich um 7h. Genau in diesem Hotel sitze ich jetzt auch, ein abgestürztes Ding, aber mit einer netten Chefin, die sehr hilfsbereit ist. Es ist auch wirklich leise hier…Die schreien nicht die ganze Zeit rum, nein. Und gerade ist Powercut, deswegen ist lesen gerade auch nicht ideal. Kommt euch zu Gute, weil ich deswegen brav wieder schreibe, anstatt mich um mein Tagebuch oder die Seminararbeit zu kümmern. Also, heute bin ich morgens brav spazieren gegangen, mit dem Unibuch, damit ich an einer schönen Stelle, gleich neben den Büffeln am Abhang büffeln konnte. Danach habe ich mich wirklich mit Tashi getroffen, allerdings deutlich später als mir lieb gewesen wäre. Mit dem Motorrad sind wir dann erstmal zu einer weiteren Tropfsteinhöhle mit Penis gefahren. Eigentlich wollte ich da gar nicht hin, sondern zu der kurz davor, aber egal. In die andere sind wir dann nicht mehr gegangen, weil die einfach unnötig teurer geworden ist und ich keine Lust hatte das Geld für ein paar Fledermäuse auszugeben, wenn ich schon diverse Höhlen mit Fledermäusen umsonst gesehen habe. Stattdessen haben wir meinen Rucksack ins Hotel gebracht und sind weiter aus der Stadt zu dem See gefahren. Da sind tatsächlich keine Touris gewesen, sondern nur Locals, die ihre Kochtöpfte dahingeschleppt haben, Lagerfeuerchen gemacht, gekocht und mit jeder Menge viel zu lauter und viel zu schlechter Musik ihr Picknick gemacht haben. Haha, dabei fällt mir ein – stellt euch einen Jugendlichen Tibeter mit beschissener nach hinten gegelter Frisur vor, der auf seinem Handy Adele hört und laut mitsingt. Das ist durchaus amüsant. Ist mir heute Morgen begegnet. Ich bin auf jeden Fall alleine einen abenteuerlichen Weg um den See herum gegangen. Der Tashi steht nicht so darauf sich zu bewegen und hat sich lieber einfach irgendwo hingesetzt. Nach einem kurzen Snack habe ich mich in Old Pokhara absetzten lassen. Es war mir dann irgendwann doch zu blöd, denn der spricht von sich selbst kaum ein Wort und ich habe auch keine Lust die ganze Zeit Konversation zu erzwingen. Ich habe also ganz nett darauf hingewiesen, dass ich auch alleine bummeln kann und er nicht dabei bleiben muss. Er wollte dann aber unbedingt abends noch was machen. Ich nutze aber gerade die Tatsache, dass hier die SMS oft sehr lange brauchen, bis sie ankommen und tue so, als ob ich die nicht bekommen hätte und den Anruf habe ich ja noch gar nicht gesehen. Wie konnte ich das bloß übersehen. Ich habe das Motorrad und das bezahlen jetzt wirklich genug ausgenutzt und will überhaupt nicht erst in die Situation kommen, dass der nachher irgendwelche dummen Versuche macht. Die SMS klangen auch schon doof, das bestärkt mich noch weiter. Ich bin stattdessen stundenlang durch die Stadt geirrt und habe ein Restaurant mit free WIFI gesucht. Ich bin dann doch wieder an der Lakeside gelandet und da gibt es die ganzen Tourirestaurants, die natürlich alle WIFI haben. Ich habe mich schließlich aber einfach neben das gesetzt, in dem ich gestern zu diesem Zweck einen Tee getrunken habe, da mi das wirklich alles um Welten zu teuer war. Völlig unnötig. Also habe ich lieber auch noch das Internet ausgenutzt, bin woanders günstiger essen gegangen. Ich dachte ja, ich sei schlau, weil ich abends duschen gegangen bin und ich es war auch um einiges besser, wenn ich morgens gegangen wäre, aber so unendlich ekelig! Da ist irgendein wurmartiges Ding rumgeschwommen, das so aussah, als würde es, wenn ich nicht aufpasse, in irgendeine Körperöffnung kriechen würde…Mir fehlen die Worte. Naja, mal schauen, was ich jetzt im Dunkeln noch so machen kann. Lange bleibe ich heute eh nicht wach. 30.10.2014 Ja, so unglaublich viel habe ich heute nicht gemacht. Zuerst habe ich mit viel Glück den Bus gefunden. Vorgestern habe ich ja schon extra frühzeitig nachgefragt, wo der Bus fährt. Heute hieß es natürlich „Nene, der fährt hier nicht. Der fährt da unten.“ Also bin ich nach unten gegangen. „Nene, der fährt hier nicht, der fährt da oben.“ Da habe ich gestreikt, weitergefragt und mit Glück schnell den Bus gefunden. Frühstück gab es nicht, denn es gab einfach nichts Mitnehmbares, außer Chips und so und die haben 50 statt 30Rp gekostet, da habe ich gestreikt. So ein Blödsinn. Naja, auf der Fahrt hat mich ein kleiner Junge mit seinen Chips durchgefüttert. Der war recht unaufdringlich und hat mir nur immer wieder was angeboten und sich geweigert ein „NEIN“ zu akzeptieren. Also habe ich ihm die Freude gemacht und was gegessen. Aber sonst gab es nichts. Ich dachte ja auch, die Fahrt dauert 4-5 Stunden, nicht fast 6! Es ist nicht verwunderlich, dass ich dann nicht mehr viel Lust hatte ein Hotel zu suchen. Die Stadt hier liegt am Berg und ich bin mit meinem Rucksack einen ewig langen und steilen Berg hochgelaufen. Oben angekommen, habe ich ein zweites Mal nach dem Weg gefragt und wieder nach unten geschickt (oben wäre richtig gewesen, ich war fast da!). Stattdessen bin ich dann in ein anderes Hotel gegangen, welches ausgeschildert war und auch im Planet stand. Das war eine schlechte Idee. Ich habe ein überraschend günstiges Zimmer bekommen, was nachher nicht mehr so überraschend war, denn das war wirklich seeeehr abgestürzt. Zuerst habe ich das trotzdem akzeptiert, aber dann habe ich das Schloss gesehen. Es gab keinen Riegel oder so, sondern nur einen Haken, mit einem winzigen Schloss davor. Das Ganze war so kacke befestigt, dass ich das in zwei Sekunden hätte aufbrechen können. Außerdem hat das nicht richtig geschlossen und daher hätte man von draußen jederzeit zugucken können, wie ich schlafe. Das geht gar nicht! Beim Schlafen muss ich halbwegs geschützt sein. Ich bin erstmal essen gegangen, weil ich ansonsten keinen Gedanken hätte fassen, geschweige denn ein neues Hotel suchen können. Nach dem Essen, voller Energie, bin ich wieder ins Hotel und habe nach einem besseren Zimmer gefragt, welches es angeblich nicht gab, obwohl ich leere Zimmer gesehen hatte. Da habe ich eben meinen Rucksack gepackt und bin gegangen. Beim ersten Versuch habe ich dann auch gleich Glück gehabt. Ich bin jetzt in einem Hotel ein Stück die Straße runter, das einigermaßen sauber ist und nur dank der neuen Nepaligäste nebenan jetzt noch laut. Die nerven! Aber der Besitzer hat das Hotel erst heute übernommen und hat seinen ersten Tag. Ich war der erste Gast und bekomme deswegen noch einen Rabatt von 100Rp, also bezahle ich denselben Preis wie in dem abgestürzten Ding. Derart beruhigt habe ich die Stadt erkundet und dabei wurde mein Herz gebrochen! Ich habe ein paar Welpen gefunden, noch richtige Babys, die offenbar ausgesetzt waren. So richtig putzige Dinger, die ich liebend gerne sofort adoptiert hätte. Aber die waren die ganze Zeit richtig jämmerlich am Jaulen. Im ersten Moment dachte ich, dass die nur nach ihrer Mutter rufen, aber es war viel schlimmer. Die waren schon über und über voller Viehcher und haben sich unaufhörlich gejuckt. Das Einzige, was ich tun konnte, war den Kindern zu erklären, weshalb sie die nicht schlagen sollen und das hatte zumindest bei dem ersten Mädchen einigermaßen Erfolg, hilft trotzdem nicht viel. Ich bin so unglaublich hilflos. Ich könnte zwar irgendwas aus der Apotheke holen und die von den Viehchern befreien, aber die kommen ja gleich wieder und dann bin ich nicht mehr da. Außerdem kommen dann noch die ganzen Idioten dazu, die Tiere wie kacke behandeln. Das Einzige, was helfen würde, wäre sie zu adoptieren, aber das kann ich auch nicht machen. Ich hasse nichts mehr, als hilfslos zusehen zu müssen, wie irgendwer oder was völlig Unschuldiges so leidet und nichts tun zu können. 31.10.2014 Das war mal ein entspannter Tag! Ich habe mich geweigert einen Plan zu machen und bis mehr oder weniger sinnlos durch Tansen und die Umgebung gelaufen und habe die Ruhe und die Aussicht genossen. Ich bin hier wirklich mitten in den Bergen, eigentlich etwa genauso hoch wie in Kathmandu, aber da merkt man davon nichts. Hier hat man eine wundervolle Aussicht, wenngleich die vom andauernden Nebel etwas eingeschränkt ist und es gibt viel weniger Autos, Motorräder und Menschen. Ich will gar nicht wirklich weg, aber morgen um 7h geht der Bus zurück nach Kathmandu. Ich habe so viele Aufgaben über die Ferien und noch nichts gemacht. Auch mit der Seminararbeit sieht es nicht gerade blumig aus, also muss ich wenigstens den letzten freien Tag noch nutzen. Morgen sitze ich dann den ganzen Tag im Bus, da werde ich auch nicht viel schaffen, aber auf der anderen Seite freue ich mich auf mein Zimmer und darauf endlich richtig waschen zu können. Nur auf den Lärm und die verpestete Luft kann ich wirklich wunderbar verzichten. Heute bin ich tatsächlich durch einen wunderbaren Nadelwald gelaufen, ihr glaubt nicht, wie ich das Atmen genossen habe. Was gibt es besseres als durch einen Wald zu laufen. Ich liebe den Duft von Wald! Das ist so viel besser als Abgase. Ich habe brav mein Unibuch mitgeschleppt und mich immer wieder an schönen Stellen einfach hingesetzt und gelesen. Nur diese dummen Nepalis, die ihren Kindern beibringen allen Weißen „Hallo“ zu sagen gehören echt alle in den Arsch getreten. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen mich heute angebrüllt haben. Die merken ja auch nicht, dass man vielleicht nicht antworten will, wenn man nichts sagt. Stattdessen halten die einen für schwerhörig und schreien einen an und laufen manchmal auch noch hinterher. Ich fühle mich jedes Mal, wie ein Arschloch, wenn ich nicht reagiere, vor allem wenn das so putzige Kinder oder alte Menschen sind, aber ich kann ja nicht 1000e von Menschen am Tag grüßen. Also reagiere ich konsequent gar nicht. Irgendwie muss man denen ja mal begreiflich machen, dass das kacke ist und unendlich nervt. Ich erkläre schon allen Nepalis, mit denen ich etwas mehr rede, dass sie ihren Kindern das auf keinen Fall beibringen sollen. Das ist in Boudha natürlich nicht so schlimm, da sind die Menschen Weiße ja gewohnt, aber hier…oder im Camp…Also bin ich eben Arschloch und fühle mich den ganzen Tag scheiße deswegen. Juhu! Aber wenigstens wird hier nicht gebettelt. Ich bin hier nicht einem einzigen Bettler begegnet, die sind in Boudha zahlreicher als die Kakerlaken. Liegt halt auch daran, dass da so viel Buddhismus und viele Touris sind, alles mögliche Einnahmequellen. Hier habe ich insgesamt vielleicht 5 Touristen gesehen. Die Preise sind entsprechend voll anständig, bis auf in den wenigen Touriorten, die es ja schon gibt, aber kaum. Dafür ist es aber auch schwerer, nicht unmöglich, was anderes vegetarisches als Tukpa oder Chowmei zu finden. Nachdem der Ort und ich wirklich keinen guten Start hatten, mag ich es hier sehr gerne. Ich würde es sogar jedem empfehlen, der mal vom Tourismus weg will, aber nicht völlig aus der Zivilisation. 01.11.2014 Das wars, bin heil wieder zuhause angekommen und hatte ausnahmsweise mal Glück mit dem Bus, es hat wirklich nur wenig mehr als 9 Stunden gedauert, wie der Mann am Ticketoffice gesagt hat, nicht 11, wie im Planet steht. Bequem war es nicht gerade und mein Hintern tut vom Sitzen weh, meine Knie davon, ständig gegen den Sitz davor zu stoßen, aber Hauptsache ist, dass ich die Fahrt hinter mich gebracht habe. Gab erstmal Obst, als ich angekommen bin und gleich danach auch noch Essen. Ein wunderbares neues Pickle, das ich mir gleich notiert habe. Meine sozialen Pflichten habe ich brav erfüllt, morgen kommen die haushaltlichen (waschen) und unilichen (ich will gar nicht anfangen alles aufzuzählen). Außerdem ist mal wieder die ganze Familie hie, weil morgen Puja für die verstorbenen Großeltern ist. Ich habe auch endlich rausgefunden, warum die Schwester von meinem Gastvater ständig mit ihren Kindern hier hängt – ihr Mann ist bei der Armee und gerade im Kongo stationiert, der kommt erst im Juli zurück. Voll verrückt! Mehr gibt es von diesem ereignisreichen Tag nicht zu berichten, vielleicht haben wir ja auch bald wieder Internet, damit ich den ganzen Roman hier hochladen kann…

2.11.14 10:24

Letzte Einträge: Nur noch 6 Wochen...nicht mal ganz!, Lebenszeichen, Das Ende naht!, Schöne Weihnachtszeit!, Der Countdown läuft.

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